Heutzutage ist es spannend "auf den Spuren" der Römer, Indianer oder berühmter Persönlichkeiten zu wandeln. Es ist durchaus interessant, zu sehen wie die Menschen oder wie besondere Menschen früher gelebt haben. So wird ein Verständnis und Mitgefühl gefördert und natürlich ist es auch eine besonders schöne Art von Bildung. Wenn aber mehr als Verständnis entstehen soll, dann muss man sich voll hinein begeben, dann muss man leben wie ein Römer oder ein Indianer, um tief berührt zu werden. Ein indianisches Sprichwort sagt: "Um einen Menschen zu verstehen, muss man drei Monde in seinen Mokassins gegangen sein", also nicht auf seinen Mokassins, sondern darinnen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wo der Schuh drückt. So ist das auch mit Qigong Dancing. Man kann sich dafür interessieren, ohne sich selbst einzubringen, doch die heilende und unterstützende Kraft von Qigong Dancing kann man nur erleben, wenn man sich voll und ganz darauf einlässt, wenn man sich in seine Lebens-Spur hineinbegibt und hineinspürt, wie sich das eigene Leben anfühlt. Es ist nicht meine Lebens-Spur, die wichtig ist, sondern die des Übenden. Ich bin nur eine Art Entwicklungshelfer, der die Übenden anleitet, die eigene Lebensspur zu finden. Es ist keine Fremdbestimmung, sondern eine Entdeckungsreise zum eigenen Ich, ganz individuell und deshalb nur dann stärkend, wenn man sich voll darauf einlässt. Ein guter Entwicklungshelfer schafft keine Abhängigkeit, sondern hilft nur Stärken des anderen zu entdecken, damit er/sie dann unabhängig werden kann. Karlfried Graf Dürckheim nennt es den "Weg des Mündigwerdens, der über die Seinserfahrung zu beschreiten ist", Maria Montessori sagt in ihrer Pädagogik, "hilf mir, es selbst zu tun" und Konfuzius sagt: "Erzähle mir und ich vergesse, zeig mir und ich erinnere mich. Lass es mich tun und ich verstehe" - also deshalb: nicht "auf" sondern "in" der Lebens-Spur geschieht Veränderung.